Mitten im Pfynwald hängt eine Brücke voller Gebetsfahnen über einer der eindrücklichsten Schluchten der Schweiz. Wie ein Stück Himalaya ins Wallis kam — und warum die Bhutanbrücke zu den schönsten Ausflugszielen ab WOODMOOD gehört.
Es gibt Orte, die überraschen. Nicht, weil sie spektakulär inszeniert sind, sondern weil man sie dort niemals erwarten würde.
Mitten im Pfynwald, zwischen Föhren, Trockenwiesen und dem wilden Illgraben, hängt eine Brücke voller Gebetsfahnen über einer der eindrücklichsten Schluchten der Schweiz. Wer zum ersten Mal vor der Bhutanbrücke steht, fragt sich unweigerlich: Wie kommt ein Stück Himalaya ins Wallis?
Die Antwort führt von den Alpen bis nach Bhutan – und erzählt eine Geschichte über Berge, Kulturen und die Kraft von Verbindungen.
Ein verstecktes Wahrzeichen im Herzen des Wallis
Die Bhutanbrücke spannt sich 134 Meter über den Illgraben und verbindet das deutschsprachige Oberwallis mit dem französischsprachigen Unterwallis. Sie liegt am Rand des Naturparks Pfyn-Finges, nur wenige Minuten von WOODMOOD entfernt.
Schon von weitem fallen die farbigen Gebetsfahnen auf. Mit jedem Windstoss flattern sie über der Schlucht und verleihen dem Ort eine fast meditative Atmosphäre. Während viele Besucher wegen der Aussicht kommen, bleibt vor allem das Gefühl in Erinnerung: Für einen Moment scheint die Zeit langsamer zu laufen.
Warum heisst sie Bhutanbrücke?
Die Geschichte beginnt im Jahr 2002. Die UNO erklärte dieses Jahr zum «Internationalen Jahr der Berge». Ziel war es, Bergregionen weltweit miteinander zu verbinden und auf ihre Bedeutung aufmerksam zu machen. Daraus entstand die Idee, im Wallis eine Brücke nach bhutanesischem Vorbild zu bauen.
Die Pläne wurden tatsächlich in Bhutan gezeichnet. Ein bhutanesischer Ingenieur begleitete den Bau, und 2005 wurde die Brücke offiziell eröffnet. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem durch Helvetas, die seit Jahrzehnten Brückenprojekte im Himalaya fördert. So entstand nicht einfach eine Hängebrücke, sondern ein Symbol der Freundschaft zwischen zwei Bergregionen der Welt: den Alpen und dem Himalaya.
Der Illgraben – die wilde Seite des Wallis
Unter der Brücke öffnet sich eine Landschaft, die viele Besucher sprachlos macht. Der Illgraben gilt als einer der aktivsten Wildbäche der Schweiz. Mehrmals pro Jahr donnern hier Murgänge talwärts und transportieren gewaltige Mengen an Geröll, Fels und Schlamm Richtung Rhone. Die Naturgewalten haben eine eindrückliche Schlucht geschaffen, die oft als «Grand Canyon des Wallis» bezeichnet wird.
Wer in die Tiefe blickt, erkennt schnell, warum dieser Ort seit Jahrzehnten Wissenschaftler, Wanderer und Fotografen fasziniert. Der Kontrast könnte kaum grösser sein: oben die leichte, schwingende Brücke – darunter eine Landschaft, die ständig in Bewegung ist.
Mehr als eine Brücke
Die Bhutanbrücke verbindet nicht nur zwei Seiten einer Schlucht. Sie verbindet Sprachen, Kulturen und Landschaften. Seit Jahrhunderten trennt der Illgraben das deutschsprachige vom französischsprachigen Wallis. Erst die Brücke schuf eine direkte Verbindung zwischen den beiden Regionen.
Während viele Bauwerke Grenzen markieren, wurde diese Brücke gebaut, um Grenzen zu überwinden.
Die schönste Wanderung ab WOODMOOD
Für Gäste von WOODMOOD gehört die Bhutanbrücke zu den schönsten Ausflugszielen der Region. Die Wanderung führt durch den Pfynwald, einen der grössten zusammenhängenden Föhrenwälder der Alpen. Im Frühling duftet die warme Waldluft nach Harz und Kräutern. Im Sommer spenden die mächtigen Föhren angenehmen Schatten. Im Herbst verwandeln sich die Trockenwiesen in ein Meer aus goldenen Farben.
Nach einem gemütlichen Spaziergang erreicht man die Brücke, überquert den Illgraben und geniesst immer wieder neue Ausblicke auf das Rhonetal und die umliegenden Berge. Besonders schön ist die Tour am frühen Morgen oder in den Abendstunden, wenn das Licht weich durch die Baumkronen fällt und die Schlucht in warmen Farben leuchtet.
Ein Ort zum Innehalten
Viele Sehenswürdigkeiten werden fotografiert und wieder verlassen. Die Bhutanbrücke ist anders. Hier bleibt man stehen. Man schaut in die Tiefe. Lauscht dem Wind. Beobachtet die Gebetsfahnen. Und denkt vielleicht einen Moment darüber nach, wie weit entfernt Bhutan eigentlich ist – und wie nah es sich hier plötzlich anfühlt.
Es ist einer jener Orte, die man nicht wegen ihrer Grösse oder Berühmtheit in Erinnerung behält, sondern wegen des Gefühls, das sie hinterlassen.
WOODMOOD-Tipp Verbinde den Besuch der Bhutanbrücke mit einem Tag in der Natur. Starte direkt bei WOODMOOD, entdecke den Pfynwald zu Fuss oder mit dem Mountainbike und kehre anschliessend zurück zu Sauna, Eisbad und Feuerstelle. Manchmal liegen die schönsten Reiseziele nicht am anderen Ende der Welt — manchmal hängen sie einfach zwischen zwei Seiten einer Schlucht, mitten im Wallis.